26. - 29. Juli 2022 // Nürnberg, Germany

VIVANESS Newsroom

VIVANESS 2022: Nachhaltigkeit Top-Thema im globalen Markt für Naturkosmetik

Impressionen VIVANESS 2020
© NürnbergMesse / Hans-Martin Issle

Die aktuellen Analysen und Zahlen zum deutschen Kosmetik-Markt verifizieren die Tendenz, die sich seit Jahren abzeichnet: Bio- und Naturkosmetik ist im Mainstream angekommen. Die Produkte für alle Bereiche der natürlichen Körper- und Schönheitspflege sind in sämtlichen Handelskanälen verfügbar und haben in allen Produktkategorien noch einmal deutlich an Vielfalt und Sichtbarkeit in den Regalen hinzugewonnen. Verschiedene Marktforschungs-ergebnisse zeigen auf, dass Naturkosmetik 2021 als einziges Segment im gesamten deutschen Kosmetikmarkt ein Nachfrage- und Umsatzplus verzeichnet. Jede dritte Kosmetikkäuferin entschied sich im vergangenen Jahr für Naturkosmetik. Begründet liegt das laut Marktexperten darin, dass diese Marken glaubwürdig den immer höher werdenden Nachhaltigkeitsansprüchen der Konsumenten in Bezug auf Ressourcen-, Tier- und Klimaschutz sowie in ethischen und sozialen Belangen gerecht werden. Dabei spielen heute hohe Erwartungen an die Wirksamkeit und Funktionalität eine relevante Rolle. Die Produktvielfalt und der entsprechende Innovationslevel ziehen auch jüngere Kundengruppen an.

Auf der diesjährig einmalig als Summer Edition geplanten Internationalen Fachmesse für Naturkosmetik, VIVANESS, können Fachbesucher, vom 26. bis 29. Juli 2022, den Trends nachspüren, Innovationen entdecken, sich einen Überblick über Marktentwicklungen und neue Produkte verschaffen sowie rund 200 Aussteller aus zahlreichen Ländern treffen.

Um die derzeit dringend benötigte humanitäre Hilfe leisten zu können, hat die NürnbergMesse gemeinsam mit der Stadt Nürnberg eine Notunterkunft für Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine in Halle 3C eingerichtet. Die VIVANESS und BIOFACH rücken daher zur Summer Edition enger zusammen für die Geflüchteten. Einmalig bekommt die VIVANESS 2022 eine neue Location in Halle 8 und 9 und wird in die BIOFACH-Hallen integriert. Den VIVANESS Neuheitenstand und die Trends finden Fachbesucher in Halle 8, den Gemeinschaftsstand für junge innovative Unternehmen und die Sonderschau Breeze in Halle 9. 2023 findet die VIVANESS dann wieder in Halle 3C statt.

Naturkosmetik: Umsatzzuwächse und mehr Käuferreichweite

Die Verschiebungen im deutschen Kosmetikmarkt könnten deutlicher nicht sein: Naturkosmetik gewann zusätzlich Käufer in einem rückläufigen Gesamt-Markt, was zur Ausdehnung der Käuferreichweite führte. Laut Hochrechnung des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel, (IKW) für das Gesamtjahr 2021 wurde ein Minus von 3,1 % erwirtschaftet und damit ein Rückgang des Gesamtumsatzes auf 13,6 Milliarden Euro. Der Naturkosmetik-Sektor hingegen verzeichnete als einziger einen Zuwachs, und zwar um 1,8 % auf einen Umsatz von 1,48 Milliarden Euro (2020: 1,46). Damit erreichte Naturkosmetik einen Anteil von knapp 11 % am deutschen Kosmetikmarkt. Nach den USA rangiert der deutsche Naturkosmetik-Markt damit an zweiter Stelle weltweit, gefolgt von Frankreich. Beeindruckend dokumentieren 1,6 Millionen Neukunden allein in Deutschland den dynamischen Trend hin zu natürlicher Körper- und Schönheitspflege. „Jede dritte Kosmetikkundin griff 2021 zu Naturkosmetik-Produkten“, betont Trend- und Marktexpertin Mirja Eckert, THE NEW. Sie beobachtet den Markt und gibt in Zusammenarbeit mit führenden Marktforschungsunternehmen den Naturkosmetik-Branchenmonitor heraus.

Verjüngung der Käufergruppe und durchgängige Transformation

Gründe für den Erfolg von Naturkosmetik sieht Branchenexpertin Eckert neben der zunehmenden Nachfrage in der Tatsache, dass Naturkosmetik nun in allen Vertriebskanälen verfügbar und so im Mainstream angekommen ist. Sehr erfreulich sei, dass immer mehr junge Kundinnen und Kunden zu Naturkosmetik greifen und laut GfK Marktforschung, Nürnberg, eine Verjüngung der Käufergruppe festzustellen ist. Die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit erfasse allerdings die gesamte Kosmetikindustrie, erläutert Eckert. Alle Produktkategorien und die Sortimente würden dahingehend ausgebaut. „Für einige Kosmetikkonzerne dient heute zertifizierte Naturkosmetik als priorisiertes Handlungsfeld ihrer Nachhaltigkeitsstrategie“, sagt Eckert.

Auch GfK-Experte Dr. Robert Kecskes, zeigte in der Bilanzkonferenz des IKW im Dezember 2021 auf, dass der Nachhaltigkeitstrend nach wie vor stark ist und Unternehmen mit entsprechender Ausrichtung gute Zuwachs-raten beschert. Viele Menschen spürten, dass die Zeit für einen Paradigmenwechsel gekommen ist: Die Gesellschaft befinde sich auf dem Weg der Transformation von der Industriegesellschaft in eine „plus-globale“ Kulturgesellschaft, die sich global offen gebe und sich über Produktnutzen und eine Wertehaltung differenziere, beschreibt Kecskes zukünftige Konsumeinstellungen. Diese neue nachhaltig orientierte, kreative Mittelschicht wolle ein besseres Leben in Balance und mehr Einklang mit der Natur. Gleichzeitig sei aber neben einem verantwortungsvollen Lebensstil auch Genuss, Spaß und Glamour gefragt. „Junge Marken bieten das an“,
so Kecskes.

Vertriebskanäle: Drogeriemarkt ist weiterhin Spitzenreiter

Die mit Abstand wichtigsten Einkaufsstätten für Naturkosmetik in Deutschland sind Drogeriemärkte. Mit starken Eigenmarken, Traditionsmarken sowie Newcomer-Brands gestalten sie ihr Sortiment immer grüner. Da Drogeriemärkte Hauptkanal für Schönheitspflege sind, kommen Menschen auch hier häufig erstmals mit Naturkosmetik in Berührung.  Mit einer breiten Auswahl an Naturkosmetik mit und ohne Siege erfüllen sie die Erwartungen nachhaltig orientierter Kunden und gewinnen auch mit Themen wie „Less Waste“, vegane Kosmetik oder Klimaneutralität neue Zielgruppen. Laut Eckert erreichen Drogeriemarktketten, zusammen mit den Formaten des Lebensmitteleinzelhandels, einen Marktanteil von über 50 % beim Sortiment Naturkosmetik. Bei den LEH-Formaten konnten sich im vergangenen Jahr insbesondere Verbrauchermärkte profilieren, die in großflächigen Drogerieabteilungen viel Platz für Naturkosmetik einräumten, erklärt Mirja Eckert, THE NEW. Der, historisch gesehen, „Ur-Verkaufskanal“ für echte Naturkosmetik, der Naturkost-Fachhandel und Reformfachhandel hat weiter Umsätze eingebüßt. Positive Impulse hingegen erhält das Sortiment durch verschiedene e-Commerce-Konzepte, die mit ihren komplexen Marketingstrukturen vom klassischen Webshop bis zum Social Media Marketing eine Vielzahl von Möglichkeiten bieten und nach Einschätzung von Experten in Zukunft mehr und mehr den Ton angeben könnten. Generell verschwimmen die Grenzen zwischen Online- und stationärem Handel immer mehr. Jungen Marken bieten Online-Shops beispielsweise die Chance, ihr Potenzial zu erforschen schon bevor sie in den Regalen des stationären Handels ihren Platz finden.

Internationale Märkte entwickeln sich positiv

Im internationalen Kontext - besonders im asiatischen Raum - sind digitale Shopping-Welten sehr viel weiter entwickelt als in Europa und spielen dort eine wichtige Rolle. Doch auch ganz generell entwickeln sich die weltweiten Naturkosmetik-Märkte sehr positiv. Nach Angaben der Studie „The Global Natural & Organic Cosmetics Market’ 2022“ des spezialisierten britischen Marktforschungsunternehmens Ecovia Intelligence, London, stieg der globale Umsatz mit kontrollierter Naturkosmetik 2021 um 4,2 % auf ein Gesamtvolumen von umgerechnet 12,4 Milliarden Euro. Die Siegel von COSMOS und NATRUE für zertifizierte Natur- und Biokosmetik sind weltweit auf mehr als 36.000 Produkten zu finden. Nach Angaben des internationalen Verbandes für Natur- und Bio-Kosmetik COSMOS ist bislang der stärkste Zuwachs weiterhin in Europa zu finden, aber auch in Asien ist ein starkes Wachstum zu verzeichnen. Allein die Zahl der COSMOS zertifizierten Produkte wuchs in Europe um 35 % auf 29.000, in Asien um 23 % auf über 2.400 zertifizierte Produkte. COSMOS-Geschäftsführerin Katrin Hochberg, erklärte im Rahmen der digitalen VIVANESS Preview & Insights im Februar 2022, dass neben Europa insbesondere Länder wie Japan, Korea, Indien, Südafrika oder Australien viele Neuprodukte mit Natur- oder Biokosmetik-Siegel auf den Markt bringen. Sie sieht auch künftig ein großes Entwicklungspotenzial für kontrollierte Natur- und Biokosmetik und eine weiter wachsende Nachfrage. 

Herausforderungen für die internationalen Kosmetikmärkte

Hochberg erläuterte, dass die größte Herausforderung derzeit in den USA bestehe, wo fast die Hälfte des globalen Umsatzes einem sehr niedrigen Zertifizierungslevel entgegensteht. Für viele internationale Märkte sei jedoch häufig die Verfügbarkeit von Rohstoffen ein Problem, wovon europäische Marken profitieren. Im Hinblick auf die Rohstoff-Situation sei der Zuwachs von zertifizierten Produkten erfreulich, von denen mittlerweile über 12.000 die COSMOS-Signatur tragen. Auf der VIVANESS wird COSMOS genau diese Themen „Wie entwickeln sich die verschiedenen Regionen“, mit einem Kongressbeitrag beleuchten. „Vielversprechende Gastbeiträge kommen aus den USA, Indien, Korea, Deutschland und Frankreich“, freut sich Hochberg.

Dr. Mark Smith, Generaldirektor des zweiten großen Naturkosmetik-verbandes und Siegelgebers, NATRUE, ist ebenfalls überzeugt, dass das Wachstum der Naturkosmetik-Branche noch längst nicht abgeschlossen ist, weißt jedoch darauf hin, dass auch Herausforderungen warten: „Der Markt für Naturkosmetik wird weiter wachsen, doch sind weitere Aktivitäten erforderlich, um unsere Qualitätsansprüche zu untermauern und eine bessere Regulierung für umweltbezogene Angaben wie "natürlich" und "ökologisch" zu gewährleisten, um Widersprüche zwischen den Angaben und den Erwartungen der Verbraucher zu vermeiden.“

"Auf der VIVANESS hat NATRUE seinen festen Platz gefunden,“ so Smith weiter. „Die internationale Fachmesse ist eine Schlüsselveranstaltung für uns, um die Fachwelt über die aktuellen Themen zu informieren, die den Kosmetiksektor aus technischer, regulatorischer und gesellschaftlicher Sicht betreffen. Die Veranstaltung bringt Interessenvertreter zusammen, um gemeinsam an bestehenden und neuen Themen zu arbeiten, die sich auf die Integrität, die künftige Definition und die Ausrichtung dieser Branche auswirken", betont Dr. Mark Smith.

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