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17. - 20. Februar 2021 // Nürnberg, Germany

VIVANESS Newsroom

Heiß diskutiert: Innovative Verpackung

Elfriede Dambacher, naturkosmetik konzepte
Elfriede Dambacher, Inhaberin naturkosmetik konzepte // © Elfriede Dambacher, naturkosmetik konzepte

Die 5 R bringen es auf den Punkt: Reduce, Renew, Replace, Reuse, Recycle. Hört sich doch simpel an, oder? Aber so einfach scheint das nicht zu sein. Das zeigten die Beiträge von Experten und die spannende Diskussion auf dem diesjährigen Naturkosmetik Branchenkongress zu nachhaltiger Verpackung bei Naturkosmetik. Die Verbraucher sind sich einig: Naturkosmetik soll nicht nur vom Inhalt her überzeugen, sondern auch durch nachhaltige Verpackungskonzepte. Wie komplex das Thema ist, zeigte die Diskussionsrunde. Ok, beim Inhalt ist Naturkosmetik nicht zu schlagen: keine belastenden Umweltstoffe, kein Mikroplastik – weder fest noch flüssig – alles tabu. Aber bei der Verpackung scheint das komplizierter zu sein. Warum? Weil viele Hersteller bei Tuben und Flaschen auf Standardlösungen zurückgreifen müssen, denn einzelne Unternehmen können eine Umstellung auf innovative Verpackungsformen finanziell nicht alleine stemmen. Da gefiel mir der Vorschlag von Frau Dr. Schweig, eine Koryphäe in Sachen nachhaltiger Verpackung, besonders gut. Eine Branchenlösung für die Naturkosmetik müsse her, das wäre eine Chance den Kosmetikherstellern entgegenzutreten, die aktuell sehr laut ihre Produkte in 100% Recycling-Plastik oder Bioplast-Flaschen anpreisen und damit geschickt vom Inhalt ablenken, der dann wiederum jede Menge flüssiges oder festes Mikroplastik enthalten kann.

Ich blieb etwas ratlos zurück. Eine Branchenlösung ist nicht in Sicht, wenige kreative Ansätze sind beim Kauf von Naturkosmetik zu entdecken. Creme & Co Unverpackt einzukaufen, wie Nüsse und Müsli, ist eben nicht so einfach. Hier schlägt die gesetzliche Kosmetikverordnung zu, die sicherstellt, dass das Produkt nicht bakteriell verseucht ist. Verstehe ich, denn Naturkosmetik zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine synthetischen Konservierungsmittel in die Produkte packt, die auch das Abfüllen in mitgebrachte Behältnisse, die nicht steril sind, übersteht. Ich will ja schließlich ein Produkt haben, das ich komplett verwenden kann und nicht nach einer Woche halbvoll wegschmeißen muss. Bleibt mir also nur, Zahnreinigungstabletten und meine unverpackte Seife zu holen und bei Cremes hoffen, dass es bald mehr Refill-Systeme gibt.

Dann hätte ich schon mehr R‘s zusätzlich im Blick, denn Recycling der Verpackung ist ja gut gelernt. Der Beipackzettel und Karton wandert in die Papiertonne, die leere Shampooflasche und der Cremetiegel in die gelbe. Zufrieden stellt mich das nicht.

Elfriede Dambacher, Inhaberin des Beratungsunternehmens naturkosmetik konzepte, ist internationale Branchenexpertin und Herausgeberin verschiedener Marktstudien.

www.naturkosmetik-konzepte.de

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